Männertrauer
Wenn Männer mit Tod und Verlust konfrontiert werden, ziehen sie sich häufig in sich selbst zurück. Ihr Schmerz ist nicht geringer, doch ihr Ausdruck folgt anderen, tief in unserer Natur verwurzelten Mustern. Das sagt Dr. Martin Kreuels, Biologe und Vorsitzender Bundesverbands Männertrauer.
Mit seinem Vortrag (15.10.2026, 19 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus St. Augustin) will Kreuels den Blick auf das oft verborgene Erleben von Männern in extremen Lebenskrisen öffnen. Er betrachtet den Verlustschmerz dabei nicht nur als emotionales, sondern als evolutionäres Phänomen. Sein Ansatz: Wenn wir verstehen, wie eng Biologie und Trauer miteinander verwoben sind, können wir in der Hospizarbeit Räume schaffen, in denen männliche Sprachlosigkeit ihren sicheren Platz findet.
Der Vortrag verbindet fundiertes Wissen über geschlechtersensible Trauerbegleitung mit lebensnahen Impulsen.
Inhalte des Vortrags:
- Der evolutionäre Trauerweg: Wie Biologie und Evolution die männlichen Bewältigungsstrategien prägen – und warum Rückzug oder Aktionismus oft instinktive Schutzmechanismen sind.
- Männer und ihre Trauer: Zwischen stillem Ertragen und handlungsorientiertem Tun. Wir beleuchten, wie sich der männliche Schmerz jenseits der Worte im Alltag zeigt.
- Geschlechtersensible Begleitung: Praktische Ansätze. Wie erreichen wir trauernde Männer und Angehörige, ohne sie in klassische, verbale Trauerschemata zu drängen?
- Dialog und Reflexion: Raum für Ihre Erfahrungen und den gemeinsamen Austausch.